Erstes Generationentreffen der PRO-GE
Jugend und Pensionist:innen erörtern gemeinsam die Zukunft des Pensionssystems
Am 26. März 2025 kamen Vertreter:innen der PRO-GE Jugend und der PRO-GE Pensionist:innen erstmals zu einem Generationentreffen zusammen. Ziel der Veranstaltung war, der zunehmenden Entsolidarisierung zwischen Jüngeren und Älteren entgegenzuwirken, wie PRO-GE Pensionist:innenvorsitzende Monika Kemperle erläuterte: "Das zeichnet Gewerkschaften aus, dass man sich zusammensetzt und miteinander redet." Thema des ersten PRO-GE Generationentreffens war das österreichische Pensionssystem.
Der Mythos vom "Pensionsloch"
Als Gastreferentin räumte Sophie Achleitner vom Momentum Institut mit weit verbreiteten Mythen zum Pensionssystem auf. "Die bereits erfolgten Reformen wirken", strich Achleitner heraus. Trotz steigendem Anteil von Älteren an der Gesamtbevölkerung, bliebe der Bundeszuschuss für die Pensionen in den kommenden Jahrzehnten konstant. Für die unselbstständig Beschäftigten im ASVG müsse der Staat ohnehin nichts zuschießen, diese zahlen mehr ein als sie herausnehmen.
Voraussetzungen am Arbeitsmarkt schaffen
"Das Pensionssystem ist ein Spiegel des Arbeitsmarktes", sagte Achleitner in Bezug auf das Pensionsantrittsalter. Die Arbeitslosigkeit ist bei Personen in den letzten zehn Jahren vor dem gesetzlichen Pensionsantrittsalter am höchsten, fast ein Drittel ist in diesem Zeitraum nicht erwerbstätig. "Die Erwerbsbeteiligung ist aber nicht in Stein gemeißelt und kann von der Politik beeinflusst werden", stellt Achleitner klar. Trotz des prinzipiell gut abgesicherten Pensionssystems sieht die Wirtschaftswissenschafterin Verbesserungsbedarf in vier Bereichen: alternsgerechte Arbeitsplätze schaffen, das tatsächliche Pensionsalter erhöhen, die Pensionen armutsfest machen und eine bessere Anrechnung von Kindererziehungszeiten.
Solidarische Umlagefinanzierung statt unsicherer Kapitaldeckung
In Arbeitsgruppen setzten sich dann Pensionist:innen- und Jugendvertreter:innen mit den Themen Pensionshöhe, Pensionsantritt, Finanzierung, Sicherheit im Alter sowie Ersatzzeiten und Arbeiten in der Pension auseinander. Schon vorab wurde klar: Auch die PRO-GE Jugend setzt weiterhin auf das solidarische, nach dem Umlageprinzip finanzierte Pensionssystem. "Wir vertrauen darauf, dass wir mit 45 Beitragsjahren in Pension gehen können", lautete dann auch ein Statement aus einer Arbeitsgruppe, inklusive der Ankündigung, sich gegen Bestrebungen zur Demontage zur Wehr zu setzen.
Altersarmut stoppen!
Die erarbeiteten Forderungen betreffen unter anderem Beitragswahrheit und die Abschaffung der Ausgleichszulage. Die Mindestpension sollte stattdessen direkt auf die Mindestsicherung von 1.503 Euro angehoben werden. Für Sicherheit im Alter stehen die Forderungen "E-Card statt Bankomatkarte", nach alternsgerechten Arbeitsplätzen, einem jährlichen Gesundheitscheck, digitale Fortbildung und psychischer Gesundheit. Ein großes Anliegen waren den Teilnehmer:innen Maßnahmen, um die Altersarmut zu stoppen. Unter dieser Rahmenbedingung würden die Jugendlichen auch Arbeiten in der Pension nicht generell ablehnen, aber eben "wenn ich will, nicht weil ich muss."